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Secure Scuttlebutt


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05.Türchen

Ein Scuttlebutt, übersetzt ein “Fass mit Leck”, ist der water cooler auf einem Schiff an dem sich alle zum Neuigkeiten austauschen treffen. Genauso heißt auch ein dezentrales soziales Netzwerk, erdacht von Dominic Tarr, einem Autor von unzähligen Open-Source-Modulen für Node.js, der auf einem Segelboot in Neuseeland wohnt.

Patchwork Screenshot

Secure Scuttlebutt funktioniert grob gesagt wie Twitter. Man kann Nachrichten posten und anderen Usern oder Themen folgen. Was Secure Scuttlebutt (oder SSB) von Twitter unterscheidet, ist seine Dezentralität. Anders als bei Facebook oder Twitter gibt es keinen zentralen Server, auf dem alle Daten gespeichert werden. Stattdessen sind die Computer der Nutzer*innen alle Server und Client gleichzeitig. Sie geben einander nach dem Peer-to-Peer-Prinzip neue Nachrichten weiter, sobald sie per Netzwerk verbunden sind.

Das hat den Effekt, dass man Nachrichten verfassen und lesen kann auch wenn man offline ist - besonders praktisch für segelnde Entwickler*innen. Aber noch viel wichtiger: Es bedeutet, dass keine Firma oder sonstige Autorität das Netzwerk kontrollieren kann. SSB ist nicht von Internetanbietern abhängig, und im Notfall kann man sich die Nachrichten auch per USB-Stick weiterreichen. Leider funktioniert Secure Scuttlebutt noch nicht auf dem Telefon, aber das ist in Arbeit.

Mit SSB kann man auch viele andere Anwendungen schreiben. Im Scuttlebutt-Ökosystem finden sich zum Beispiel Ferment, eine Soundcloud-Alternative, sowie git-ssb, mit dem es kein Problem ist, wenn GitHub mal wieder down ist.

Secure Scuttlebutt auszuprobieren, geht für den Einstieg am einfachsten mit Patchwork. Das ist ein Desktop-Client, der sich mit dem SSB-Netzwerk verbindet. Wenn man Patchwork zum ersten Mal startet, wird eine Identität angelegt. Sie besteht aus einer öffentlichen ID und einem geheimen Schlüssel (beides zu finden in ~/.ssb/secret). Dieser geheime Schlüssel ist wie ein nicht-änderbares Passwort, mit dem alle deine Nachrichten signiert werden - am besten also gleich in einem Passwort-Manager speichern.

Mit jeder ID auf Scuttlebutt ist ein append-only message feed assoziiert. Das bedeutet, dass man Nachrichten veröffentlichen, aber einmal veröffentlichte nicht editieren oder löschen kann. Um die Message-Feeds von anderen sehen zu können, muss man sich mit einem Pub verbinden. Pubs haben immer die gleiche IP-Adresse und erleichtern das Finden anderer Nutzer*innen.

Wenn das geschafft ist, kann man direkt loslegen: Im #feminism oder #new-people Channel was posten, gucken was bei der #SpiderFarm in Hawaii so los ist oder mich ausfindig machen: Ich bin @e84qV/tx9w1ZiOIxU3+fOpirrT8rP3YqDydRgfk076c=.ed25519 oder auch @jfr. See you in the scuttleverse!

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Übrigens: am 9. und 10.12. gibt es unten im Atttelier einen kunterbunten Kunstweihnachtsmarkt, leckeres aus dem Flammkuchenrohr, synthesizer Choräle und hochprozentiges aus der Glühweinkanone. Samstag abend geht es dann beschwippst beschwingt die Leiter hoch zum besinnlichen Baumschiffbeisammensein: die Heart of Code feiert Weihnachten - feiert mit!

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